Öxi reloaded, “Ice Bucket Challenge” (aka Lexe in Gefahr) und Bitchy Lexe

Guten Abend aus Seyðisfjörður!

Gestern in der Nacht haben wir leider wieder keine Nordlichter erhascht. Aber wir haben ja heute erst Halbzeit, also ergibt sich ja vielleicht bis nächsten Samstag noch etwas.

Wir sind heute bei durchaus feinem Wetter gestartet. Auf dem Programm stand die Überquerung des Öxi. Das ist eine Paßstraße, die den Weg nach Egilsstaðir deutlich verkürzt. Letztes Jahr hat sich diese 18 km lange Strecke angefühlt wie eine dreistündige Autofahrt vorbei an Abgründen auf einer grässlichen Schotterstrasse. Bei Tageslicht und schönem Wetter schaut die Sache gleich anders aus. Wir waren rucki-zucki drüber, und ich bin sogar selbst runter gefahren. Die Albtraum-Strecke vom letzten Jahr hat somit ihren Schrecken verloren. Und die Aussicht war wirklich gut, so wie wir das nur vermuten konnten letztes Jahr.

Unser erster Stopp war der Hengifoss (am Weg nimmt man den Litlanesfoss quasi mit), der zweit-, dritt- oder vierthöchste Wasserfall in Island (je nach Quelle, haha). Der wurde uns empfohlen von unseren Bekannten, die uns letztens in unserem Cottage besuchen waren. Was die Empfehlung jedoch nicht enthielt, war der Anstieg von (angeblich) 350 Höhenmetern. Besonders gemein war, dass man den Wasserfall bereits vom Parkplatz aus sehen konnte, aber irgendwie kam er nicht richtig näher. Wir sind dann sogar in die Geröllschlucht gestiegen, um ein bisschen näher ran zu kommen, um die roten Eisenstreifen besser zu sehen. Trotz des Anstiegs waren dort aber einige Touristen, die sogar noch weiter rangegangen sind als wir. Dazu sind sie teilweise über Steine gesprungen. Erstaunlicherweise ist keiner ins Wasser gefallen. Mein Highlight war ein Dude, der quasi halbnackt da oben herumgesprungen ist (vor allem mitten in meine Bilder mit seinem weißen Shirt).

10.000 Schritte später saßen wir wieder im Auto und haben uns auf den Weg in die Vök Baths gemacht. Dort waren wir auch voriges Jahr schon. Es gibt zwei Floating Pools, die in den See gebaut worden sind. Das heißeste Becken hat 41 Grad. Da lässt es sich gemütlich wacken. Aber wie gesagt, die Pools sind in den See gebaut, und man kann, wenn man möchte, da auch reinsteigen. Christian hatte das ja letztes Jahr schon gemacht, ich habe mich damals nicht getraut. Ich hab mir dann einen Ruck gegeben und bin ganz kurz reingestiegen. Holla, die Waldfee, der See hatte 11 Grad, das ist richtig huschi. Aber wenn man dann zurück ins warme Wasser kommt, prickelt es voll und man merkt, wie die Durchblutung angeregt wird. Beim zweiten Mal (ja, ich habe es nochmal getan), war es dann geringfügig weniger schlimm. Und beim dritten Mal (ja, ich hab es tatsächlich nochmal getan), bin ich dann sogar ein Stück zu Christian (der da gar nicht mehr raus wollte hatte ich den Eindruck) für ein See-Selfie geschwommen. Erst nachdem wir uns anständig aufgewärmt hatten, sind wir sehr entspannt nach Seyðisfjörður gefahren.

Auch da waren wir letztes Jahr schon mal wegen der Regenbogenstraße vor der Kirche. Damals hat uns die Kellnerin in den Vök Baths das Sushi Restaurant im Ort empfohlen und das Essen war wirklich großartig. Wir wollten da heuer natürlich wieder hin und haben eine Unterkunft (wenn man die Bude so nennen kann) im Ort gebucht. Das Restaurant hat allerdings den ganzen September geschlossen, aber wir sind irgendwie nicht auf die Idee gekommen, dass wir umbuchen könnten. Als wir vor dem Hotel standen, war ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es in der Bude fließend Wasser und Strom geschweige denn Internet gibt. Im Zimmer erwartete uns auch eine böse Überraschung. Wir hatten Doppelbett gebucht, aber zwei Einzelbetten bekommen. Wir sind also zurück zur Rezeption, aber da alle Zimmer belegt waren und alle anderen Gäste schon da waren, ließ sich da nix ändern. Da wir über Booking.com gebucht hatten, meinte der Typ, dass er uns auch keinen Rabatt geben könnte. Ich war da schon ein bisschen angenervt und habe gemeint, aber ein Frühstück könnten sie uns geben. Das machen sie auch, aber das Zimmer bleibt ja trotzdem wie es ist. Naja, nutzt ja nix.

Christian hatte beim Einchecken einen Tisch in dem Restaurant, das zu der Bude gehört, reserviert. Wir kommen also hin und die Kellnerin führt uns zu einem 6er Tisch, an dem am anderen Ende bereits zwei Gäste gesessen sind. Ich so, hm, tschuldigung, aber das ist kein Tisch für zwei Personen. Die Kellnerin verstand das Problem nicht, weil es wären ja zwei Plätze dazwischen frei. Hätten sie das bei der Reservierung gesagt und gefragt, ob das ok ist, wäre es kein Problem gewesen, so aber eben nicht. Wegen der Sache mit dem Zimmer und ihrer schnippischen Art habe ich dann mal die Lexe-Bitch ausgepackt. Nein, der Tisch passt mir nicht. (Punkt und böser Blick) Die hat mich vielleicht angeschaut und die zwei deutschen Gäste am gleichen Tisch auch (obwohl die ja nix dafür konnten). Vielleicht hat sie ja Angst vor mir bekommen, ich war wirklich zwider, aber sie meinte, dass sie versuchen kann, das zu ändern, und rauschte davon. Und wir bekamen dann unseren eigenen Tisch! Geht also doch, wenn man nur will. Das Essen (Ceviche und danach der Fang des Tages) war gut, aber Trinkgeld gab es für den Auftritt genau nix. Da kann ich wirklich sehr bitchig sein.

Nach einem Glas Wein in einem anderen Restaurant, sind wir dann zurück in das Zimmerchen gegangen. Christian hat in Rezensionen gelesen, dass die Zimmer sehr hellhörig sein sollen. Ich bin ja schon froh, wenn die nur hellhörig sind und nicht die ganze Bude zusammenfällt, wenn sich jemand zu schnell bewegt. Aber wir hören tatsächlich alle möglichen Geräusche, ich bin mir echt nicht sicher, ob da nicht jemand durch die Decke kommt. Da reißt der Blick auf das Kirchlein (vor dem die Regenbogenstraße ist auch nix, weil die Straße seh ich nicht, haha) nix raus. Wir werden morgen sehr froh sein, wenn wir da wieder wegkommen.

Bis morgen,

Lexe & Christian

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