Hume, VA

In der ersten Nacht als Basement Monster habe ich extrem schlecht geschlafen und bin mit leichtem Fieber, Halsweh, Kopfweh, Husten und Schnupfen aufgewacht. Diese Symptome waren der Grund, warum ich einen Corona Schnelltest gemacht habe. Und so schnell konnte ich gar nicht schauen, wie der Strich beim T aufgetaucht ist. Fassungslos habe ich den Test angestarrt und mir gedacht “Echt jetzt?”.
Da wir zum Abschluss der wöchentlichen Jagd (Old Dominion Hunt) fahren sollten, habe ich mal nachgefragt, wie denn die Quarantäne-/Verhaltensregeln so sind. Eric erklärte mir, dass es keine gäbe. Maske bräuchte ich keine aufsetzen, weil die sowieso sinnlos sei. Da die Symptome nach der Dusche nachgelassen hatten, sind wir also da hingefahren, denn es fand im Freien statt. Ich habe halt einen weiten Bogen um alle gemacht.
Eigentlich wären am Nachmittag Freunde von Anne und Eric eingeladen gewesen, aber die wollten dann kein Risiko eingehen und haben (verständlicherweise) abgesagt. So haben wir die Farm ein bisschen erkundet und haben dann bei einem Feuer im Freien Quiche gegessen.
Am Sonntag war eigentlich geplant, dass wir mit in die Kirche gehen. Natürlich durfte ich nicht mit, aber Christian war dabei, denn er hatte zu dem Zeitpunkt keine Symptome und war laut Test auch negativ. Am Nachmittag hat Christian dann ein bisschen bei der Waldarbeit geholfen, während ich irgendwie latschert herumgesessen und -geschlichen bin, obwohl (oder weil?) ich mit Ibuprofen und dem Hustensaft Robitussin versorgt worden bin. Der ist gar nicht mal so harmlos, wie wir herausgefunden haben (Stichwort Robotripping). Schockierenderweise bekommt man den Hustensaft in Amerika ohne Rezept. Beim Abendessen hab ich dann sogar ein bisserl Salat geschnippelt und Christian hat Burger (bei uns faschierte Laberl) gebraten.
Montag ging es mir eigentlich schon wieder ganz gut und wir haben am Abend österreichisch gekocht. Allerdings hat sich dieses vermeintlich einfache Vorhaben schwieriger gestaltet als angenommen. Die Zutaten für Wiener Schnitzel mit Petersilienkartoffeln und Preiselbeeren (mussten wir durch Cranberry-Sauce aus der Dose ersetzen) und Apfelstrudel als Nachspeise sind gar nicht so einfach zu bekommen. Da es keine Schnitzel gab und es in der Küche keinen Schnitzelklopfer gab, haben wir uns für gebackene Hühnerfiletspitzen entschieden. Die Hühnerfiletspitzen waren einfach, das gibt es. Aber Semmelbrösel gibt es nicht, weil es ja auch keine Semmeln gibt. Da gibt es dann nur so komisches Zeug, Panko Paniermehl. Die Konsistenz der “Brösel” ist ganz anders, aber es kommt im gebratenen Zustand halbwegs hin. Auch für den Apfelstrudel haben die Butterbrösel funktioniert. Es gab natürlich auch das Problem des Strudelteigs. Man kann in Amerika alles mögliche fertig kaufen, nur keinen Strudelteig. Ich musste den also selber machen. Unter erschwerten Bedingungen, weil es in der Küche auch keine Waage gab, sondern nur so Messlöffel. Also musste ich zuerst die Mengen irgendwie umrechnen (wer mich kennt, weiß, dass das leicht schief gehen könnte) und mit Christians Hilfe haben wir das dann auch so ungefähr geschafft. Dafür hat sich der Teig dann ziemlich gut ausziehen lassen und der Apfelstrudel war wirklich passabel.
Tja, und ich habe ja schon erwähnt, dass ich Christian angesteckt habe. Am Dienstag hatte er dann die gleichen Symptome wie ich. Daher ist er am Nachmittag nicht mit zum Äpfel klauben gefahren.
Am Mittwoch ging es ihm aber schon wieder besser und er durfte mit dem Bush Hogger eine Wiese mähen. In der Zwischenzeit habe ich “Lexi’s Wall” gestrichen (ganz langsam und gemächlich) und mich damit am Pferdestall verewigt. Am Nachmittag habe ich dann auch den Bush Hogger ausprobiert und habe eine Wiese gemäht. Das war nicht anstrengend, aber gemerkt haben wir es dann beide doch am Abend. Aber einen Apple Pie haben wir noch gemacht und ich habe Tanner dabei mit dem Afpelschlangen-Schältrick aus dem Kindergarten beeindruckt.
Da für Donnerstag noch schönes Wetter angesagt war, haben wir endlich den Ausflug in den Shenandoah Nationalpark gemacht. Da gibt es den Appalachien Trail mit sehr schönen Wanderungen, aber das haben wir uns gespart. Wir sind dann faul mit Max einen großen Teil des Skyline Drives gefahren. Da gibt es Outlooks mit sehr schönen Aussichten. Ich kam dann doch auf die großartige Idee zu einem Wasserfall hinab zu wandern, was ich dann durchaus bereut habe. Erstens weil man auf Bären hätte treffen können (ist uns zum Glück nicht passiert und ich musste nicht hysterisch herumschreien), weil wir eine Mini-Schlange (angeblich harmlos) gesehen haben und die 30 Minuten Aufstieg extrem anstrengend waren.
Am Freitag durfte Christian dann noch auf Gabe reiten. Gabe ist eines der zwei Pferde (das andere ist Spider), die unseren Freunden gehören. Da Christian ja schon ein bisschen reiten kann, hat er sich dabei ziemlich gut angestellt.
Ja, und dann war die Woche auch schon wieder vorbei und wir sind am Samstag in der Früh nach Washington D.C. gefahren, wo uns unser Wetterglück ein bisschen verlassen hat. Die Ausläufer von Hurricane Ian haben Regen mitgebracht. Aber angesichts der Zerstörung, die der Sturm hinterlassen hat, ist ein bisschen Regen dann eine Lappalie.
Cheers Lexe & Christian
PS: Bereits am ersten Tag unseres Aufenthalts hat mir Anne erzählt, dass sie eine Kreuzspinne auf der Veranda gefunden hat. Außerdem gibt es in der Gegend Copperhead Schlangen, deren Babys eigentlich gefährlicher sind als die großen Schlangen und es war gerade Baby-Zeit und die Vieher verstecken sich gerne im Laub. Wer mich kennt, kann sich vorstellen, dass ich eigentlich gleich wieder abreisen wollte.
Max
Old Dominion Hunt
Anne und Gabe
Impressum
https://lechontour.blogspot.com/2022/06/

No Comments

  1. Habt für die Unterkunft ganz schön abarbeiten dürfen 😅 und dann nicht mal voll fit!

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