Eine Lästwanze, Lexe in Panik und faule Eier

Einen schönen guten Abend aus Reykjavik!

Gestern in der Früh sind wir in Graz mit dem Zug gestartet und waren gegen Mittag am Flughafen in Wien. Dort haben wir unser Gepäck eingecheckt und den Handgepäckskoffer zur Aufbewahrung abgegeben. Dann sind wir zur Kettenbrückengasse gefahren wegen des Falco Graffitis. Meine Schwester hat mir noch beschrieben, wo genau man es findet und meinte, vielleicht hab ich ja mehr Glück als sie und es steht kein Auto davor. Also Auto war keines da. Aber dafür ein ganzer Flohmarkt. 😂

Falco am Flohmarkt

Weil der Würstelstand dort irgendwie nicht so einladend gewirkt hat, sind wir zur Albertina zum Würstelstand mit dem Hasen gefahren. Da gab es schon eine lange Schlange, aber weil wir ohnehin nix anderes zu tun hatten, haben wir uns halt angestellt. Und gewartet! Und gewartet! Eine halbe Stunde lang! Die Hot Dogs waren ok, aber nix wofür ich mich nochmal eine halbe Stunde anstellen würde. Wir hatten auch Pommes dazu genommen, aber die waren uns nicht so richtig vergönnt. Ein Windstoß hat sie samt dem Papierschüsserl und dem Ketchup runter geweht. Ich hab mich fast nicht runterschauen getraut. Ich dachte, dass da garantiert ein riesiger Ketchup Fleck auf meinen nigel-nagel-neuen hellgrünen Schuhen ist. Aber Schwein gehabt, nix passiert, außer dass die Pommes für immer verloren waren. Ich hatte ja übrigens vorher gescherzt, dass wir an der Würstelbude essen werden, damit wir vor Island nochmal was Günstiges bekommen. 😂

Die Schlange bei der Bitzinger Würstelbude mit dem Champagner Hasen
Der Hot Dog

Nach Kaffee und Kuchen bei Bekannten sind wir dann wieder zum Flughafen aufgebrochen. Wir waren recht schnell bei der Sicherheitskontrolle, weil man ja mit Business Class Fast Track benutzen kann. Wir haben in der Lounge dann noch was gegessen und ein Glaserl Wein getrunken. Pünktlich zum Boarding waren wir am Gate, aber es ging zuerst mal nix weiter. Dann fing das Boarding endlich an, um auch gleich wieder eingebremst zu werden. Nach ein paar Minuten in der Gangway durften wir dann doch endlich in den Flieger.

Ich wollte immer schon mal vor diesem ominösen Vorhang sitzen, hihi
Ich mit Nasenpflaster, wie immer

Und hatte ich die größte Lästwanze EVER neben mir sitzen. Zuerst einmal hat sie ihr ganzes Zeug auf dem Mittelsitz, der in der Business Class ja frei bleibt, verteilt und herum geschaftelt. Der Pilot meldete sich dann irgendwann und meinte, dass wir für den ersten Teil der Flugzeit sehr ruhiges Wetter erwarten. Lexe denkt sich: Ohoh! Für den zweiten Teil muss mit Turbulenzen gerechnet werden. Lexe denkt sich: Ohoh! Ohoh! Die Lästwanze zuckt nicht mal mit der Wimper. Der Flieger hebet dann ab und nach einer Zeit im Steigflug fragt sie mich dann: “Do you speak German?” Ich: “Yes, ja”. Sie brabbelt weiter auf Englisch (sie konnte nämlich gar kein Deutsch, warum fragt sie dann so dämlich?), hm, ob ich finde, dass es normal ist, dass das Licht so lange aus ist. Das hat sie noch nie erlebt. Fragt sie MICH, wo ich grad innerlich Panik schiebe wegen der Turbulenzen, die IHR offensichtlich egal waren. Dass das Licht aus war, fand sie offenbar viel gefährlicher: “I hope it is nothing dangerous. Hm, hm.”. Und ICH, die gerade ein bisserl Panik hat, muss dann zu der blöden Funze sagen: “No, I’m sure we are safe.” Irgendwann haben die Stewardessen das Licht dann eingeschaltet (man hätte irgendwie den Eindruck bekommen können, sie wüssten nicht wie, zum Glück hab nur ich das gesehen 😜). Man möchte meinen, dass sie jetzt endlich glücklich war. Nein, sie nervte die Stewardess, weil sie wissen wollte, wie das mit dem Flynet (wo man 30 Minuten gratis Messages schicken kann) und dem Internet geht. In einer Ansage war erklärt worden, was die Voraussetzungen dafür sind. Die kannte aber weder die Stewardess noch die Lästwanze. Die Stewardess erklärte ihr dann, sie müsse einen anderen Browser als Chrome verwenden. Ja, was, wieso? (Ich hab mir zur Abwechslung das Gleiche gedacht). Ja, es ginge nur mit Safari oder Firefox. Ja, bitte, was ist denn Safari? Und Firefox? Das hat sie ja alles nicht, und außerdem ist Chrome der Nummer 1 Browser auf der Welt *schnaub*.  Die Stewardess musste ja arbeiten (worüber sie wahrscheinlich froh war) und ist schließlich verschwunden. Und wen hat sie dann natürlich genervt? Richtig, mich. Ich habe ihr dann das mit der Travel ID und dem Miles & More Konto erzählt (weil Christian es mir erklärt hat). Ja, das hat sie alles nicht. Das müsse man also im Voraus wissen *schnaub*. Dann kam eine andere Stewardess wegen dem Essen und Trinken fragen. Lästwanze will wissen welchen Rotwein es gibt. Blaufränkisch und Zweigelt. Äh, ja, hm, was sind denn da die Rebsorten? Blaufränkisch und Zweigelt (DAS war der Moment, wo ich fast laut losgelacht hätte). Ich meine auch ein schelmisches Zwinkern der Stewardess in meine Richtung gesehen zu haben. Oh, die kennt sie nicht. Sie trinkt gern schweren Rotwein, die Stewardess soll halt für sie aussuchen. Nach dem Essen kommt die Stewardess und fragt, ob sie ein Dessert will. Ja, was gibt es denn? Bananenbrot (stand in der Menükarte). Hm, hm, hm, naja, sie probiert es halt. Und natürlich musste sie auch aufs Klo, und sie saß ja am Fenster. Jetzt hatte sie aber das Rotweinglas und ein Wasserglas auf ihrem Tischerl stehen. Hm, ja wie sie das jetzt machen soll. Ah, sie stellt die zwei Gläser auf das mittlere Tischerl und klappt ihres hoch. Ich denk mir, ja und was dann? Im Endeffekt bin ich aufgestanden, sie drückt mir ein Glas von sich in die Hand. Nimmt es gleich wieder, kommt drauf, dass das so auch nicht geht. Da musste ich mir das Lachen dann auch wieder verkneifen. Es hatten übrigens alle irgendwann ihre Lichter abgedreht, neben mir war den ganzen Flug Festbeleuchtung. Achja, und ICH hatte Internet, dank Christian. 👿😁

Das hat mich zumindest ein bisschen von meiner Panik abgelenkt, denn wir erinnern uns, es waren ja Turbulenzen angekündigt worden. Und das zusätzlich zu meiner Panik, dass die Nebenhöhlen bei der Landung schmerzen. Aber zum Glück trat weder das eine noch das andere auf. 😌

War ein gutes Gemüsecurry, aber für die Uhrzeit zu scharf
Da habe ich mir gedacht, uiuiui, jeden Moment könnten die Turbulenzen losgehen

Nachdem wir unser Gepäck eingesammelt hatten, sind wir zum Bus, den Christian gebucht hatte, gegangen. Da er vergessen hatte, seine lange Hose ins Handgepäck zu packen und vor dem Rausgehen nicht dran gedacht hat, sich umzuziehen, war er immer noch in kurzer Hose. Und es war huschi! Und wir mussten natürlich warten, bis der Busfahrer sein Napserl beendet hatte. Aber im Bus war es mollig warm und ich musste mich echt bemühen, nicht einzuschlafen. Es war ja schließlich schon halb 2 in der Nacht für uns nach österrreichischer Zeit gemessen. Nach einer ewig langen Fahrt (Keflavik liegt 50 km südlich von Reykjavik) mussten wir in einen kleineren, leider nicht so mollig warmen Bus umsteigen (Christian hat im ersten Bus unauffällig die Hose gewechselt). Danach mussten wir noch ein kurzes Stück zu Fuß gehen und sind dann endlich am Hotel angekommen. Die Wahnsinnigen hatten ein Fenster gekippt gelassen. Bei 8 Grad!  Wir haben dann gleich mal die Heizung auf Vollgas geschaltet, sind dann aber eh todmüde ins Bett gefallen. Natürlich nicht ohne Zähne geputzt zu haben. Man darf nur nicht allzu oft oder zu tief einatmen dabei, dann geht es. Das Wasser stinkt nämlich nach Schwefel, also faulen Eiern. In der Früh habe ich todesmutig einen schwarzen Kaffee mit dem Wasser getrunken, es aber zum Glück überlebt.

Warm welcome (das muss isländischer Humor sein.)

Unser Zimmer ist völlig ok, hat sogar eine Küche dabei.

Hotel Vera

So, das war mal die Berichterstattung für den Reisetag. Damit mir nicht dasselbe passiert wie in Amerika, kommt dann später vielleicht noch der Bericht von unserem ersten Tag in Island. 😉

Lexe & Christian

Impressum
https://lechontour.blogspot.com/2022/06/

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