Nach unserem Abendessen beim Burger King war mir etwas flau im Magen, weil das Zeug doch recht fettig war. Das hat das Einschlafen dann doch ein bisschen erschwert. In dem Zimmer war es gefühlt heißer als in einer Sauna, was die Sache nicht gerade besser gemacht hat. Gepaart mit der Panik, das morgendliche Taxi zu verpassen, war an Schlaf kaum zu denken. Als dann mitten in der Nacht auch noch lautstarke Hotelgäste Radau machten, war die ohnehin schon unruhige Nachtruhe komplett gelaufen.
Zum Glück haben wir aber nicht verschlafen und unser Taxi wartete pünktlich auf uns. Am Flughafen lief beim Gepäckaufgeben alles entspannt und wir konnten direkt durch die Sicherheitskontrolle gehen. Obwohl mir immer noch ziemlich flau im Magen war, haben wir uns erst einmal einen Kaffee und eine Kleinigkeit zum Frühstück geholt, bevor wir uns auf den Weg zum Gate machten.
Lustigerweise befand sich direkt bei unserem Gate F11 die „Bierbar Oida“. Dort saß bereits eine große Gruppe junger Männer, die sich um diese Uhrzeit am frühen Morgen schon fleißig Bier gönnten. Mir war ohnehin schon schlecht, aber der Anblick hat dem Ganzen echt die Krone aufgesetzt – alter Norweger! Glücklicherweise war das Reiseziel der Gruppe nicht Frankfurt, sondern – Überraschung – Mallorca.
Das Boarding ging dann zum Glück recht zackig und der Flug von Wien nach Frankfurt verlief absolut unspektakulär (auch meine Nebenhöhlen haben nicht gezwackt). Wir sind pünktlich gelandet und hatten noch etwas Zeit bis zum Weiterflug nach Tromsø, die wir genutzt haben, um wieder eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken.
Der Flug nach Tromsø war nicht komplett ausgebucht. Wir saßen fast ganz hinten und hatten neben uns eine vierköpfige deutsche Familie. Die Reihe vor uns (ebenfalls eine Dreierreihe) war komplett frei, woraufhin die Familie beschloss, zu viert einfach mal neun Sitzplätze zu belagern. Das wäre ja an sich kein Problem gewesen, aber es herrschte ein ständiges Hin und Her. Jemand flitzte permanent zwischen den Sitzen herum, der Vater schrie quer von einem Fenstersitz zum anderen rüber und raunzte im nächsten Moment seine Tochter mit einem lauten „Pscht!“ an, wenn sie mal etwas lauter sprach. Ein permanentes Gewusel, das drei Stunden lang einfach nur anstrengend war. Ich muss diesen Magneten für lästige Mit-Passagiere irgendwie loswerden.
Kurz vor der Landung gab der Pilot durch, dass es wegen des Südwindes etwas ungemütlich werden könnte. Es war dann zwar ein bisschen ruckelig, aber im Endeffekt halb so wild. Als nach der Landung die hintere Flugzeugtür geöffnet wurde, erwischte uns ein dermaßen kalter Windstoß, dass ich mir nur dachte: Puh, hier ist es aber gescheit huschi!
Am Mietwagenschalter mussten wir ein Weilchen warten, bis wir endlich unser Auto übernehmen konnten: einen weißen Toyota. Ich nehme stark an, dass der – genau wie damals in Island – nicht allzu lange seine Farbe behalten wird. Wer mich kennt, weiß natürlich, was jetzt kommt. Natürlich habe ich dem Auto einen Namen gegeben: Trygve Toyotasen. Trygve ist ein traditioneller skandinavischer männlicher Vorname. Er leitet sich vom altnordischen Wort tryggr ab und bedeutet „der Treue“, „der Zuverlässige“, „aufrichtig“ oder „vertrauensvoll“. Das fand ich sehr passend.
Danach ging es direkt zu unserem Hotel, dem Moxy. Das ist nun wirklich ein echtes Flughafenhotel, denn von unserem Zimmer aus können wir direkt auf die Start- und Landebahn schauen und die Flugzeuge beobachten. Ein kleiner Haken: Im Hotel wird derzeit gestreikt. Es gibt zwar Frühstück, aber ohne Eierspeise oder andere warme Sachen. Zwischendurch wird auch nicht geputzt und selbst das Klopapier wird nicht nachgefüllt – das muss man sich selbst draußen auf dem Gang organisieren.
Später sind wir in das nahegelegene Einkaufszentrum spaziert. Manu hatte uns dort ein Sushi-Restaurant empfohlen, das wirklich sehr gut war. Danach haben wir noch das Sortiment im Supermarkt ausgekundschaftet. Da wir auf unserer Reise einige Unterkünfte mit Kochgelegenheit haben, wollten wir schon mal checken, was wir in den nächsten Tagen kochen könnten. Bis auf weiße Schokolade gibt es eh alles, halt leicht teurer als bei uns.
Danach haben wir in der Hotelbar unseren Willkommensdrink eingelöst. Es ist jetzt 21 Uhr und es ist noch hell. Es ist ein absolut schräges Gefühl zu wissen, dass die Sonne heute nicht mehr untergehen wird. Es bleibt draußen einfach genauso hell, wie es jetzt gerade ist. Da kommen heute unsere Schlafmasken wohl zum ersten Mal zum Einsatz.
Morgen steht Tromsø auf dem Plan! Die Seilbahn ist wegen Wartungsarbeiten aktuell leider gesperrt. Da wir – beziehungsweise ich – absolut keine Lust auf 1.300 Stufen zu Fuß haben, verschieben wir die Seilbahnfahrt auf Anfang Juni, wenn wir wieder nach Tromsø zurückkehren. Morgen werden wir uns stattdessen die Eismeerkathedrale und den alten Hafen anschauen. Die Tromsø-Brücke ist derzeit für Autos teilweise gesperrt, sodass man sie nur zu Fuß überqueren kann. Wir klappern einfach mal ein paar Sehenswürdigkeiten ab und überlegen uns dann ganz gemütlich, was wir am Sonntag noch machen, bevor wir die Reise in Richtung Nordkap fortsetzen.
Gute Nacht aus dem taghellen Tromsø,
Lexe und Christian
