Ohne Moos, nix los und Diamonds are a girl’s best friend

Als wir heute in der Früh in Vik aufgewacht sind, war das Wetter grauslich. Es war neblig und es hat geregnet. Daher hat es auch keinen zweiten Ausflug zum Strand gegeben. Ich hatte ja auf Sonnenschein gehofft, aber es sollte nicht sein.

Unser erster Stopp waren die Tankstelle und der Supermarkt, aber dann sind wir losgedüst hinein in strahlenden Sonnenschein. Auf dem Weg zur Fjaðrárgljúfur-Schlucht (angeblich auch für Isländer:innen schwierig auszusprechen, wir haben der Einfachheit Bieber-Schlucht gesagt), die eben durch ein Justin Bieber Musik-Video bekannt geworden ist, haben wir die Mossy Lava Fields noch im Vorbeifahren mitgenommen. Wegen des Bieber-Videos ist bei der Schlucht gar nicht so wenig los. Wir hatten einen Insider-Tipp, der uns mit dem Auto zum oberen View-Point führte (wo man auch nix für das Parken zahlen musste). Auf den errichteten Plattformen (die mir sicherheitstechnisch nicht ganz geheuer waren) drängeln sich die Leute zum Selfie-Machen herum. Wir sind dann auch zum unteren Parkplatz gefahren, wo man zahlen muss und sind ein Stück nach oben gewandert. Die Schlucht ist an einigen Stellen bis zu 100 Meter tief und hat eine Länge von etwa zwei Kilometern. Sie ist teilweise mit Moos bewachsen, was einen schönen Kontrast zu den dunklen Felsen und dem blauen Wasser bewirkt. In die Schlucht selbst darf man nicht hinein. 2019 musste die Schlucht gesperrt werden, da durch das Bieber-Video plötzlich 300.000 Menschen dort herumgetrampelt sind. Die Schlucht scheint seitdem zwischen März und Juni gesperrt zu sein, damit sich die Natur erholen kann.

Wir sind übrigens auf unserem Weg zur Bieber-Schlucht an der Stelle vorbeigekommen, wo im Juli ein Gletscherlauf einen Teil der Ringstraße zerstört hat. Die Straße wurde innerhalb weniger Tage wieder repariert. Anscheinend so gut, dass wir gar nicht bemerkt haben, dass wir da vorbei gefahren sind.

Nach einer Kaffepause am Bacherl sind wir weiter zum Svartifoss. Wie treue Blog-Leser:innen schon wissen, geht es dabei um einen Wasserfall (foss = Wasserfall). Der Svartifoss (schwarzer Wasserfall, nach der Farbe des umgebenden Gesteins) liegt im Skaftafell-Nationalpark. In dem Nationalpark waren wir letztes Jahr schon und haben uns einen Gletscher angeschaut. Diesmal sind wir 1,6 km zum Svartifoss gewandert (und natürlich auch zurück). Da wir anscheinend am Beginn einer Hitzewelle in Island sind (kein Schmäh, aber dafür bin ich nicht ausgerüstet, haha), war es trotz bewölktem Himmel sehr warm und ich habe geschwitzt wie ein Esel. Der Wasserfall schaut ein bisschen aus wie der kleine Bruder vom Aldeyjarfoss, der mich im letzten Jahr extrem beeindruckt hat (Wasser aus allen Richtungen und ein frecher Dieb).

Da das Wetter besser wurde und wir plötzlich wieder strahlenden Sonnenschein hatten, hofften wir auf Sonnenschein bei der Gletscherlagune Jökulsárlón und dem Strand Breiðamerkursandur (von Touristen Diamond Beach genannt), denn diese Orte lagen am Weg zu unserer heutigen Unterkunft. Treue Blogleser:innen werden sich vielleicht ans letzte Jahr erinnern (Winter is coming, das ewige Eis und eine Panikattacke (von Lexe natürlich). Das Wetter war grauslich damals. Es hat geschüttet, es war bitterkalt, meine Kamera wurde nass/kalt und hat kurzfristig gestreikt. Deshalb gab es vom Strand nur ein paar unmotivierte Handybilder. Doch dieses Mal hatten wir Glück. Zuerst sind wir zum Strand, wo Eisbrocken in unterschiedlichen Größen und Farben herumgelegen sind und einige davon haben in der Sonne geglitzert (eben wie Diamanten). Das Meer war ziemlich aufgewühlt, denn der Wind war ziemlich stark (das machte es allerdings auch sehr schwierig zu fotografieren). Zusammen mit der Sonne war das ein sensationell schöner Anblick (obwohl er ja leider einen traurigen Hintergrund hat, nämlich die Gletscherschmelze). In der Lagune war das Bild auch total anders als im letzten Jahr. Die weißen/hellblauen Eisberge haben im blauen Wasser geleuchtet. Das war schon ziemlich atemberaubend.

Im Moment haben wir wolkenlosen Himmel und der KP Wert steigt. Ich warte also auf Nordlichter. Mal schauen, das wäre heute irgendwie schon kitschig, wenn das klappen würde.

Bis bald,

Lexe und Christian

PS: Keine Nordlichter und das schneckigste Internet aller Zeiten.

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