Hallo zusammen!
Gestern war nach der Wanderung zumindest mit mir nicht mehr viel anzufangen – ich war absolut kaputt. Aber meinen Berichtspflichten über die Mitternachtssonne und den Segla bin ich natürlich trotzdem noch pflichtbewusst nachgekommen!
Heute Morgen sind wir bei prächtigem Wetter in Husøy aufgewacht und haben uns direkt auf den Weg durch die Schurkentunnel zur Fähre von Botnhamn nach Brensholmen gemacht. Die Überfahrt dauerte etwa 35 Minuten und war entspannt und ruhig. Danach ging es etwas mehr als eine Stunde Fahrt zurück nach Tromsø. Da die berühmte Seilbahn Fjellheisen vor zwei Wochen wegen Wartungsarbeiten geschlossen war, hatten wir uns für heute Tickets gesichert. Ein kleiner Dämpfer: Der Parkplatz direkt an der Talstation war gesperrt. Laut Angabe sollten wir nur 5 Minuten Fußweg entfernt parken – in meiner Wahrnehmung waren es mindestens 10 Minuten, und zwar steil bergauf. Mit müden Wanderbeinen und einer vollen Blase ist das mäßig lustig.
Die Seilbahn erweckte zuerst nicht den Eindruck, als hätte sie heute wieder eröffnet; rundherum ist gefühlt noch alles eine Großbaustelle. Aber sie war tatsächlich in Betrieb! Der Andrang hielt sich zum Glück in Grenzen, sodass wir super entspannt zu viert in der Kabine nach oben geschwebt sind. Der Fjellheisen bringt Besucher in nur vier Minuten auf den 421 Meter hohen Berg Storsteinen. Er gilt als der beste Aussichtspunkt der Stadt und bietet einen spektakulären Panoramablick über Tromsø, die umliegenden Fjorde und die majestätischen Berge. Die Aussicht von oben ist wirklich großartig, vor allem bei dem prächtigen Wetter, das uns auch in Tromsø treu geblieben ist.
Weniger großartig war die Wartezeit für die Rückfahrt. Direkt vor uns in der Schlange stand eine deutsche Quasselstrippe, die lautstark zu ihrer Begleitung meinte: „Stell Dir vor, da, wo wir jetzt stehen, ist nichts unter uns. Die bauen ja alles komplett neu. Und wenn Du das von außen siehst, denkst Du: Nein, da geh ich nicht rein…“ Äh, danke für die Info! Absolut nicht hilfreich für die Nerven. Wir sind zum Glück trotzdem heil unten angekommen.
Wieder unten angekommen, haben wir uns ein bisschen die Zeit im Polarmuseum vertrieben. Das Museum befindet sich in einem historischen Zollhaus aus dem Jahr 1830 direkt am Hafen. Es dokumentiert eindrucksvoll die Geschichte der mutigen Polarexpeditionen von Entdeckern wie Roald Amundsen und Fridtjof Nansen sowie das raue Leben der Robbenjäger und Trapper in der Arktis. Es war wirklich interessant, aber da wir mittlerweile ziemlich müde und hungrig waren, haben wir den Besuch zeitlich sehr begrenzt. Danach ging es erst einmal zum Essen: Christian hatte eine Fischsuppe und ich klassische Fish & Chips.
Das darauffolgende, schwere Food-Koma war allerdings denkbar unpraktisch für unseren nächsten Stopp: den Arktisch-Alpinen Botanischen Garten. Er ist der nördlichste botanische Garten der Welt. Das Besondere hier ist, dass in den Sommermonaten Tausende von farbenprächtigen Pflanzen aus den kältesten Regionen der Erde und den Hochgebirgen aller Kontinente wachsen – und das komplett ohne schützende Gewächshäuser. Trotz akuter Müdigkeit haben wir hier einige Pflanzen entdeckt, die uns in den letzten Tagen immer wieder am Wegesrand begegnet sind.
Jetzt sind wir wieder im Moxy Hotel eingecheckt. Der Streik ist ja mittlerweile zum Glück vorbei, was bedeutet, dass wir morgen ein vollständiges Frühstück bekommen sollten. Ich habe bei der Gelegenheit auch gleich mal lästig an der Rezeption nachgefragt, ob meine Postkarten, die ich vor zwei Wochen dort abgegeben habe, auch wirklich den Weg zur Post gefunden haben. Damit habe ich den Mitarbeiter so gestresst, dass er im Laufe des Abends viermal zu unserem Tisch kam! Des Rätsels mögliche Lösung: Das Hotel hat anscheinend einen neuen Manager, und der Angestellte wusste schlichtweg nicht, wie oft dieser die Post wegbringt. Der vorherige Manager hat die Briefe wohl immer nur einmal die Woche freitags zur Post gebracht. Nun ja… eventuell besteht also noch Hoffnung für unsere ca. 20 Postkarten!
Morgen geht es für uns mit dem Flieger weiter nach Oslo. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist zwar nicht so besonders, aber in Oslo sollte es zumindest endlich wieder vernünftige Kaffeehäuser geben, in denen man sich zur Not die Zeit vertreiben kann. Ich habe in den letzten zwei Wochen gefühlt noch nie so viel Cola getrunken wie hier – Cafés mit richtig gescheitem Kaffee sind in dieser Region leider echte Mangelware.
Bis bald,
Lexe & Christian











































Von mir aus könnt ihr das ruhig ewig weitermachen :)!
Ich fürchte, dass wir uns das nicht leisten können 😉