Codstock & Regen-Ping-Pong: Wenn Kabeljau und Wettergott den Takt vorgeben

Ich hätte ja mit vielem gerechnet, aber dass ich mal in Henningsvær auf einem Festival lande? Sicher nicht. Als wir gestern im klassischen norwegischen Wetter-Ping-Pong (Regen, kein Regen, Regen) durch den Ort spazierten, fiel Christian ein Plakat ins Auge: Das Codstock Festival läuft! Und wenn man schon weiß, wo sich Kabeljau und Möwe gute Nacht sagen, sollte man schließlich auch wissen, wo der Bär steppt.

Die Event-Location des Abends: Eine alte Möbelfabrik. Auf den Bierbänken ergatterten wir Plätze mitten unter Einheimischen. Was die Altersstruktur angeht, wurde ich direkt eines Besseren belehrt: Ausgerechnet die norwegische Generation Ü60 hat die Bude bis zum Schluss komplett abgerockt! Den Anfang machten zwei junge Burschen von der Henningsvær Blues Band, die angesichts der Örtlichkeit (aka kleines Dorf) einen richtig starken Auftritt hinlegten.

Um 23 Uhr folgte dann das absolute Highlight: Royal Jam.

(Für alle, die wie ich erst mal googeln mussten: Das ist kein royaler Brotaufstrich, sondern Norwegens absolute Classic-Rock-Supergroup! Die Jungs spielen auf Weltklasse-Niveau und wurden tatsächlich 1991 am Krönungswochenende von König Harald V. gegründet. Der harte Kern der Band bildete jahrzehntelang das Rückgrat der legendären Formation „Åge Aleksandersen & Sambandet“, verstärkt durch Rock-Veteranen von TNT und den Stage Dolls. Statt eigener Songs zelebrieren sie die größten Hits von Deep Purple, Journey, Kansas und Free).

Und was soll ich sagen? Die waren verdammt gut! So gut, dass wir bis zum bitteren Ende blieben und uns – wie es sich für echte Groupies gehört – erst mal Festival-T-Shirts gekauft haben.

Konsequenz der Rock’n’Roll-Nacht: Erst nach 1 Uhr lagen wir im Bett. Und ironischerweise hatten wir diesmal ein perfekt verdunkeltes Zimmer gegen die Mitternachtssonne – wenn nicht die W-LAN-Box wie ein hyperaktiver Weihnachtsbaum das ganze Zimmer illuminiert hätte.

Der nächste Morgen begrüßte uns mit einem kurzen Sonnenfenster, das wir direkt für einen erneuten Abstecher zum berühmten Fußballfeld nutzten. Danach ging es weiter zur nächsten Station – Ballstad. Das Wetter heute? Ein Traum aus: Regen – kurz Sonne – Regen – trocken – Sonne – es waschelt total – trocken. Das ist wohl der Soundtrack des Tages. Wir sind in so einem Stelzenhäuschen untergekommen, aber wir sind Glück über dem Festland.

Für 18 Uhr haben wir dank Manus Tipp einen Tisch im Restaurant Karoline reserviert. Die 45 Minuten Fahrt dorthin sind übrigens völlig entspannt. Warum? Weil wir im norwegischen Sommer garantiert wieder in unserer Unterkunft sind, bevor es dunkel wird.

Morgen werden wir uns das Wikingermuseum anschauen und danach direkt nach Å düsen. Und nein, auf meiner Tastatur klemmt nicht die Taste – der Ort heißt wirklich nur so. Ein einziger Buchstabe, an dem wir die nächsten zwei Nächte verbringen werden.

Es wäre ja jetzt auf den Lofoten echt mal an der Zeit für etwas besseres Wetter in der Nacht. Wenn ich eh schon nicht gscheit schlafen kann, will ich wenigstens die Mitternachtssonne fotografieren!

Highlight des Tages: Wir haben ein geöffnetes Kaffeehaus gefunden!

Achtung: Es gibt heute zwei Gallerien.

Lexe & Christian

Videos vom Codstock Festival und Foto von uns in unseren T-Shirts werden nachgeliefert. Wir düsen jetzt zum Essen.

One Comment

  1. Das Land hat halt richtig was cooles mystisches 🧙

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