Tunnel-Terror, Zimtschnecken-Deal & arktische Surfer: Reine(s) Gefühlschaos auf dem Weg nach Å

Hallo ihr Lieben! Hier sind wieder Lexe & Christian – live aus dem hohen Norden, wo die Aussichten atemberaubend und die Wortwitze flacher als die Wellen sind.

Gestern Abend starteten wir voll motiviert Richtung Nusfjord. Das Ziel: Unser reservierter Tisch im Restaurant Karoline um 18:00 Uhr. Der Plan war perfekt, bis uns eine Tunnelbaustelle brutal ausbremste. Mein Versuch, im Restaurant anzurufen? Fehlanzeige, kein Durchkommen. Nach quälenden 25 Minuten wurden wir dann endlich durch den Tunnel eskortiert und waren schließlich gegen 18:30 Uhr ins Restaurant. Das Gute: Das Essen war fantastisch! Das Beste: Nach 17:00 Uhr kostet der Eintritt in das historische Fischerdorf Nusfjord keinen Cent mehr. Wir haben uns also ganz umsonst umgeschaut. Nusfjord ist nämlich nicht einfach nur ein Dorf, sondern eines der ältesten und am besten erhaltenen Fischerdörfer Norwegens – quasi ein lebendiges Freilichtmuseum zwischen steilen Bergen. Die Rückfahrt durch diesen Unterwasser-Tunnel lief glücklicherweise flotter. Trotzdem: Ich hasse diesen Tunnel. Er ist grauenvoll, dunkel und ich war dreimal froh, als wir wieder Tageslicht sahen.

In unserer Unterkunft funktionierte die Verdunkelung für das Dachfenster nicht. Haha, es war taghell. Fun Fact: Ich bin vor Christian eingeschlafen! Das passiert alle heiligen Zeiten einmal.

Heute Morgen hieß es: Neues Spiel, gleiches Tunnel-Glück. Diesmal waren wir aber schlauer und haben die Schilder gelesen. In unsere Richtung werden die Autos immer zur vollen Stunde durchgelassen. Das hatten wir gestern wegen des Schildes bei der Rückfahrt schon vermutet und so betrug die Stauzeit heute nur knapp 10 Minuten. Da das Wetter mitspielte, wagten wir noch einen Abstecher nach Nusfjord für ein paar Fotos. An einem Aussichtspunkt trafen wir ein nettes Paar aus Südtirol. Wir halfen uns gegenseitig beim Fotografieren und kam ins Quatschen. Sie fragte: „Lohnen sich die 15 Euro Eintritt pro Person für das Dorf?“ Ich konterte trocken: „Sind da Zimtschnecke und Kaffee in der alten historischen Bäckerei inkludiert?“ Natürlich nicht. Kurzer Blick auf unsere Fotos vom Vorabend später beschlossen die beiden, die 30 Euro lieber direkt in Zimtschnecken und Kaffee an anderen Stellen zu investieren. Und wir haben uns das Geld auch gespart.

Auf dem Weiterweg jagte ein „Alter Norweger!“-Ausblick den nächsten. Plötzlich standen wir an einem echten Surferstrand! In Norwegen! Bei gefühlten arktischen Temperaturen. Als absolute Nicht-Wassersportlerin bin ich ja schon von Mini-Anfängerwellen schwer beeindruckt. Respekt an die Verrückten im Neoprenanzug!

Und dann erreichten wir Reine. Reine ist DAS Postkartenmotiv der Lofoten schlechthin. Was soll ich sagen? Kitsch as Kitsch can! Der Ort ist so unfassbar schön, dass es einem die Sprache verschlägt. Rote Rorbuer-Hütten vor spiegelnden Granitriesen – pure Romantik. Der Haken? Das wissen die anderen Touristen leider auch, die Autofrequenz war definitiv höher als an anderen Orten. Weil Reine so reizüberflutend schön ist, sitze ich nun mit rauchendem Kopf in unserem gemütlichen Cottage in Å. Weiter südlich geht es auf den Lofoten übrigens nicht mehr, hier endet die Straße E10 buchstäblich in diesem charmanten Museumsdorf voller Stockfisch-Tradition. Hier tippe ich nun (ja, richtiges Schreiben klappt bei mir irgendwie besser als Diktieren), schaue aufs Meer und verarbeite die Eindrücke.

Wenn das Wetter morgen passabel ist, wollen wir den Reinebringen erklimmen. Der Endgegner ist zwar nur 448 Meter hoch, aber der Weg besteht aus knapp 1.500 steilen Sherpa-Treppenstufen. Dafür gibt es von oben den ikonischen Blick über die Inselwelt. Dieser Gedanke wird mich morgen motivieren, während ich die Stufen mit schätzungsweise 7.000 Flüchen bezwinge. Wenn ihr morgen also keine Fotos von mir seht, müsst ihr euch leider die Bilder von anderen Leuten anschauen. ;- )

Zum Abschluss noch das Best-of unserer heutigen Flachwitze. Der Tag stand nämlich ganz im Zeichen des schlechten Humors. Ich so: „Ich will jetzt endlich nach Reine rein!“ Oder Christian in Anspielung auf unseren Wohnort Å: „Heit is Å schen worm.“ Mehr habe ich mir zum Glück nicht gemerkt. Drückt uns die Daumen für die Waden von morgen!

Viel Spaß mit den Bildern (die leider wie immer durcheinandergewürfelt sind).

Lexe & Christian

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