Stufen-Streik, Strand-Sprints & das perfekte Dinner

Da kündige ich großspurig an, das Thema Schlaf endlich ruhen zu lassen, und zack – klassischer Jinx! Ich habe natürlich wieder sehr lange Rentiere gezählt. Und als Zugabe trommelte morgens auch noch der Regen den ultimativen Demotivations-Beat aufs Dach. Der Wetterbericht hatte mal eben spontan von „leicht bewölkt“ auf „Weltuntergang light“ umgeschwenkt.

Eigentlich stand heute das Endgegner-Projekt auf dem Plan: der Reinebringen. Wir haben eine knallharte Lagebesprechung durchgeführt und die Fakten analysiert. Fakt eins: das Wetter. Bei Regen mutieren die schätzungsweise 1500 bis 1900 Steinstufen (die Angaben über die Zahlen schwanken bei den Quellen im Internet) zu einer nassen Rutschbahn – und Geländer gibt’s da oben nicht. Fakt zwei: das Panorama. Wenn die legendäre Aussicht eher an das Innere einer laufenden Waschmaschine erinnert, lohnt sich der Schweiß nicht. Bei Postkartenwetter hätte ich mich hochgequält, ich schwöre! Fakt drei: meine nicht vorhandene Kondition. Ich wäre danach wohl drei Tage lang ein Fall für den Pflegedienst gewesen, während Christian den Muskelkater nach drei Stunden einfach weggelächelt hätte. Das logische Fazit: Für den perfekten Ausblick sterbe ich gerne den Wadentod, für eine graue Waschküche eher weniger. Projekt gecancelt.

Stattdessen haben wir uns auf die Fähre nach Vindstad begeben. Eine fantastische Bootsfahrt, bei der man die majestätischen Fjordwände im Regenanzug bewundern kann. In Vindstad angekommen, führte uns der erste Weg ins örtliche Café, wo wir ein Heißgetränk inhaliert haben, das zumindest entfernt mit Kaffee verwandt war. Halbwegs aufgewärmt starteten wir die Wanderung zum Bunes Strand. Nach etwa einer Stunde und fünfzehn Minuten standen wir dann vor diesem absoluten Naturwunder: ein gigantischer, weißer Sandstrand, umgeben von grünen Dünen und brutalen Klippen. Atemberaubend! Allerdings war mein Aufenthalt von leichter Panik geprägt, da ich unter keinen Umständen die letzte Fähre um 15 Uhr verpassen und als Robinson Crusoe der Lofoten enden wollte. Also gab es nur eine Blitz-Jause und sofort den mehr (Christian) oder weniger (Lexe) sportlichen Rückmarsch. Immerhin: Während des Wanderns blieben die Schleusen von oben trocken. Erst als wir wieder in Reine von Bord gingen, öffnete der Himmel pünktlich wieder alle Schleusen. Timing ist alles! Aber immerhin wurden wir mit einem schönen Regenbogen belohnt.

Das absolute Highlight des Tages wartete aber in unserer Unterkunft, wo Christian spontan den Sternekoch mimte und ein Drei-Gänge-Menü zauberte. Die Vorspeise lief unter dem genialen Namen „Ode an Norwegen“ und war ein echter kulinarischer Kulturschock: Krabbenfleisch aus Japan, Erdbeeren aus den Niederlanden, garniert mit Sojasauce und Tacos. Verrückt, aber verdammt gut! Danach gab es herrlich gebratenen Lachs mit Kartoffelsalat und als süßen Abschluss Vanillejoghurt mit Beeren. Morgen ziehen wir weiter gen Norden. Das Projekt Mitternachtssonne war bisher zwar ein Satz mit X, und die Wettervorhersage für die nächsten Tage droht eher mit dauerhaftem Einheitsgrau (aber wer weiß, ob es überhaupt stimmt?), aber wir lassen uns die Laune nicht verderben. Drückt uns die Daumen – wir können jeden Sonnenstrahl gebrauchen!

Lexe & Christian

One Comment

  1. Nicht unterkriegen lassen Alex 🙋🏻‍♂️ Regen bringt Glück, und am Ende wird man immer belohnt 😜

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