Guten Abend aus Alta!
Heute morgen ging das tägliche Rätselraten in die nächste Runde: wird im Hotel gestreikt oder nicht? In diesem Hotel wurde nicht gestreikt und uns stand das vollständige Frühstücksbuffet zur Verfügung.
Eigentlich stand heute der Aufstieg zum Aussichtspunkt über Honningsvåg auf dem Plan. Das Wetter am Morgen war allerdings „semi-motivierend”, und Christian hatte passenderweise ein dezentes Kratzen im Hals im Angebot. Perfekt! Die ideale Ausrede, um den sportlichen Extrem-Alpinismus elegant abzublasen. Stattdessen gab es das gemütliche Kultur-Light-Programm: kurz an der Kirche und dem Mini-Leuchtturm vorbeigeschlendert.
Danach wurde es wieder etwas skurril: Erst haben wir dem Artico Christmas House einen Besuch abgestattet (ja, mitten im Mai!), um uns direkt im Anschluss in der – man glaubt es kaum – prallen Sonne im T-Shirt bei 15 Grad niederzulassen. Wir genossen Kaffee und Zimtschnecken und bekamen vom supernetten Besitzer seine selbstgemachten Macarons zum Kosten (die Schiachen, die man wie die Kekse bei der Weihnachtsbäckerei sofort essen muss ;-)). Unser Logenplatz bot den perfekten Blick auf die Kreuzfahrt-Anlegestelle. Genau hier werden Ende des Monats Christians Eltern an Land gehen, um auch einen Ausflug zum Nordkap zu machen.
Unser einziger Programmpunkt heute war die Rückfahrt nach Alta. Also hatten wir Zeit zu warten, bis der Schmuckladen Frozen Summer die Pforten öffnete.
„Das von der Künstlerin Jeanette Rognli-Lavring betriebene Studio verwandelt die wilde, arktische Flora in tragbare Erinnerungsstücke. Da der arktische Sommer extrem kurz ist, steht der Name metaphorisch für das Konservieren dieser kurzen Blütezeit.“
Klingt poetisch? Ist es auch! Ich habe mir selbst ein wunderschönes Souvenir gekauft. Ein Armband mit echten, konservierten Vergissmeinnicht, die Blume, die “Liebe” symbolisiert (wie passend für eine Hochzeitsreise). Ich bin schockverliebt!
Irgendwie hat mich Honningsvåg ein bisschen an Seyðisfjörður in Island erinnert. Der Ort ist ein bisschen schäbig, obwohl hier ständig Kreuzfahrtschiffe anlegen und die Bevölkerung großteils von den Touristen von den Schiffen lebt. Aber immerhin war das Hotel nicht so eine marode Bude wie damals in Island.
Die Dreistunden-Fahrt nach Alta war übrigens ein meteorologisches Meisterwerk. Bei der Abfahrt in Honningsvåg herrschten noch Kaiserwetter, strahlender Sonnenschein und Postkartenidylle. Drei Stunden später bei der Ankunft in Alta fing es schon leicht zu tröpfeln an – und der aktuelle Stand lässt sich gut mit Weltuntergang light beschreiben. Es schüttet!
Unser Fazit des Tages fällt daher eindeutig aus: Wir bewegen uns keinen Millimeter mehr vor die Tür. Da uns morgen der nächste Roadtrip nach Nordkjosbotn bevorsteht (ca. 4,5 Stunden), deklarieren wir das „Ausrasten“ im Hotelzimmer hiermit zur obersten Urlaubspflicht. Und wir nehmen unsere Pflichten im Urlaub schließlich sehr ernst!
Lexe & Christian
Die Galerie funktioniert nicht ganz so wie sie sollte. Die Handy-Fotos werden zeitlich nicht richtig eingeordnet.






































