Prähistorische Rätsel, Bier statt Beeren und ein Hotel-Upgrade im Dosenformat

Hallo zusammen!

Der Tag in Alta startete mit einer echten Sensation: Wider Erwarten gab es beim Frühstücksbuffet warme Gerichte. Wenn das mal kein gutes Omen ist!

Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zur Nordlichtkathedrale – Alta-Kirche, die pünktlich um 10:00 Uhr ihre Pforten öffnete. Von innen sieht die Kirche wirklich ziemlich cool aus, und als Bonus (den man natürlich bezahlen muss) gab es noch eine zehnminütige Nordlichter-Show obendrauf. Fazit: Wir müssen definitiv nochmal im Winter herkommen, um Lady Aurora auch in Norwegen mal zu bewundern.

Nächster Stopp: Das Alta Museum. Hier wurden Felsritzungen gefunden, die teilweise bis zu 7.000 Jahre alt sind. Die Steinzeit-Künstler haben damals so ziemlich alles verewigt, was ihnen vor die Flinte oder das Paddel kam: Rentiere, Boote und Menschen in allen Variationen.

Man kann zwischen zwei Routen wählen:

  • Die “einfache” Tour (1,2 km): Hier sind die Ritzungen rot eingefärbt. Man sieht sie sofort – perfekt für uns.
  • Die “Hardcore-Archäologen”-Tour (3 km): Hier sind die Kunstwerke entweder naturbelassen oder die Farbe wurde extra wieder entfernt, um den Urzustand zu wahren.

Da der norwegische Wettergott uns heute ein wolkenverhangenes Grau in Grau präsentierte, fehlte jede Spur von Vormittagssonne, die zumindest ein paar helfende Schatten in die Steine hätte werfen können. Das Ergebnis? Wir starrten völlig ohne Fokus auf die Felsen. Beim letzten Stein haben wir verzweifelt nach dem berühmten “Skifahrer” gesucht. Spoiler: Wir haben ihn nicht gefunden. Aufruf an die Community: Falls jemand von euch den Skifahrer auf unserem Foto entdeckt – bitte meldet euch! Wir zweifeln langsam an unserer Sehkraft. Der weiße Punkt sollte als Orientierungshilfe dienen (siehe Vergleichsfoto aus dem Museumsheftl). Ich habe ein bisschen an der Kontrastschraube gedreht, vielleicht hilft das ja.

Nach einem kurzen Sicherheits-Tankstopp – weil eine gewisse Lexe bei der Tankanzeige dezent zur Panik neigt – ging es weiter Richtung Hammerfest. Die Fahrt? Bei 60 km/h zieht die Landschaft fast in Zeitlupe an einem vorbei, was ja zum Filmen zumindest kein Nachteil ist. Zumindest war das Hochplateau durch das wir gefahren sind, landschaftlich spannend (Sennalandet ist ein weites, bergiges Hochplateau in der Provinz Finnmark in Nord-Norwegen, das sich zwischen den Gemeinden Hammerfest und Alta erstreckt).

Am Nachmittag sind wir dann in Hammerfest gelandet. Es war kühl, es war bewölkt und sagen wir es, wie es ist: Hammerfest mag zwar die nördlichste Stadt der Welt sein, aber den Schönheitspreis gewinnt sie in diesem Leben nicht mehr. Wegen des Wetters gab es für uns nur einen kurzen Spaziergang für einen ersten Eindruck. Wir haben dann noch kurz im Supermarkt vorbeigeschaut. Christian hätte gerne Blaubeeren gehabt. Nach einem kurzen Blick aufs Etikett stellte sich jedoch heraus: Die Beeren kamen aus Ägypten. In Norwegen. Im Mai. Christian zog daraufhin die einzig logische, konsequente und ernährungsphysiologisch wertvolle Konsequenz: “Weißt du was? Wir trinken lieber Bier.” (Bier bekommt man von 8 – 20 Uhr im Supermarkt zu kaufen, Wein gibt es auch hier nur in ausgewiesenen Weinläden).

Nun zu unserem Hotel. Erst die schlechte Nachricht: Hier wird mal wieder gestreikt, was bedeutet, dass das Frühstück morgen wohl eher im Sparmodus stattfindet. Aber das wurde locker kompensiert durch unser Zimmer-Upgrade, soll heißen, dass wir ein “größeres Zimmer” bekommen haben, weil wir “zu zweit sind”. Ich bin mir bis jetzt nicht ganz sicher, ob das norwegischer Humor ist. Das Zimmer hat nämlich den Charme und die Geräumigkeit einer Thunfischdose. Wie passend für ein Thon-Hotel in Hammer… Hammer… wie heißt das Nest noch mal? Ach ja, Hammerfest!

Morgen soll das Wetter besser werden. Plan für den Tag:

  1. Die Erkundungstour durch Hammerfest bei schönem Wetter wiederholen (vielleicht sieht die Stadt dann netter aus).
  2. Den Aussichtspunkt stürmen – entweder zu Fuß oder, wenn die Faulheit siegt, mit dem Auto.
  3. Dem Struve-Meridianbogen (einem historischen Vermessungspunkt) einen Besuch abstatten.

Danach wird es abenteuerlich! Es geht es weiter zum Nordkap!

Bleibt dran, das Abenteuer geht weiter!

Lexe & Christian

Kulinarisches Rätsel am Rande: Was ich in Norwegen übrigens völlig skurril finde: Es gibt im Supermarkt ausschließlich Makrele in Tomatensauce aus der Dose. Warum zur Hölle tun Menschen in einem Land voller glasklarer Fjorde und fangfrischem Fisch so etwas ihrer Kulinarik an? Makrele in Tomatensauce…

2 Comments

  1. Makrele in Tomatensauce??? 😮
    Welch geniale Idee bitte?🫠
    Ich liebe Makrele und ich liebe Tomatensauce!!! 🤩😋

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