Wie wir die Mitternachtssonne weggesperrt, die Fähre gekapert und die besten Bagels vorm Nordpol verpasst haben

Endlich! Heute Nacht habe ich zum ersten Mal in Norwegen halbwegs gut geschlafen. Die Rettung? Eine Schlafmaske – die ist hier oben aktuell echt Gold wert. Schützenhilfe gab es diesmal auch vom Wettergott: Weil es geregnet hat, war von der Mitternachtssonne nichts zu sehen. Das hielt glücklicherweise auch unsere Nachbarn von nächtlichen Outdoor-Aktivitäten ab. Als wir morgens losfuhren, hing der Himmel zwar noch tief, grau und regnerisch, aber die mystischen Nebelschwaden in den Fjorden sahen unfassbar cool aus. Und das Durchhalten wurde belohnt: Je weiter wir fuhren, desto besser wurde das Wetter, bis wir schließlich wieder unter strahlendem Sonnenschein dahincruisten. Es war streckenweise echt schon kitschig schön!

Unser Tagesziel war es, einfach Strecke in Richtung Lofoten zu machen. Konkrete Pläne hatten wir keine, dafür aber zwei Routen zur Auswahl, um nach Nordkjosbotn zu kommen. Option 1 war der direkte Weg über die Straße. Option 2 war ein kleiner Umweg über zwei Fähren. Da das Wetter so herrlich war und definitiv keine Monsterwellen drohten, habe ich mich – trotz meiner akuten Skepsis gegenüber Schiffen und Wellengang – zaghaft für die Fähren starkgemacht. Schließlich wollen wir euch hier im Blog ja auch etwas Spannendes berichten!

An der ersten Fähre angekommen, hieß es erst einmal 30 Minuten warten. Perfekte Zeit für einen Kaffee am Kiosk, dachten wir. Tja, falsch gedacht: Das Bankomatsystem streikte komplett. Wir überlegen jetzt ernsthaft, zumindest einen kleinen Betrag Bargeld abzuheben. Da die Fährfahrt selbst aber auch bezahlt werden musste, fackelte Christian nicht lange, erstellte online einen Account und zahlte digital. Die Fahrt selbst war zum Glück super ruhig, entspannt und absolut seetauglich. Die ersehnte Kaffee-Rettung gab es dann direkt am nächsten Anleger: Ein Spar-Markt versorgte uns endlich mit einem Starbucks-Kaffee aus dem Kühlregal.

Nach einem kurzen Stück auf der Straße wartete auch schon Fähre Nummer zwei auf uns. Und siehe da: Direkt am Anleger gab es ein süßes, kleines Café. Diesmal scheiterte der Kaffee- und Snackwunsch allerdings nicht an der Technik, sondern am Timing – donnerstags ist dort Ruhetag. Das Bittere daran? Dieses Café wirbt mit den angeblich besten Bagels vor dem Nordpol. Tja, nun werden wir wohl nie erfahren, ob sie diesem Titel gerecht werden. Die zweite Fährfahrt verlief zum Glück genauso ruhig wie die erste, und danach ging es auf direktem Weg in unsere Unterkunft.

Morgen steht eine etwas kürzere Etappe nach Harstad an. Nach gut drei Stunden Fahrt erreichen wir dann endlich offiziell die Lofoten! Das Wetter soll morgen noch freundlich bleiben, bevor es wieder regnerischer wird. Wir sind bereit und freuen uns auf das nächste Kapitel.

Bleibt dran für weitere Lach- und Sachgeschichten!

Lexe & Christian

2 Comments

  1. Super schöne Fotos!!!📸📷

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *